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Fliegerasse retten Lebensmüde 
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Intermediate Member

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Beitrag Fliegerasse retten Lebensmüde
Zitat:
Fliegerasse retten Lebensmüde

von Stefan Geilhausen

Eine "fliegerische Meisterleistung" haben drei Piloten der Landespolizei am Donnerstag abgeliefert und
damit das Leben einer 34 Jahre alten Frau gerettet. Sie war am frühen Morgen von der Flughafenbrücke
gesprungen.

Stefan Hitzke hat keine Ahnung wie es der Frau geht, von der er noch nicht einmal den Namen weiß. Dabei hat
der 35-jährige Polizeioberkommissar ein paar Minuten lang ihr Leben buchstäblich in seinen Händen gehalten.

Hitzke gehört zur Fliegerstaffel der Landespolizei und hatte am Donnerstag gerade seinen Dienst angetreten,
als der Notruf einging: Person im Wasser. Die Feuerwehr, die gleichzeitig mit Löschboot und Taucherstaffel
ausrückte und Rettungshunschrauber Christoph 9 aus Duisburg anforderte, hatte die Polizei um Unterstützung
gebeten, weil deren Standort am Flughafen ganz in der Nähe der Unglücksstelle liegt. Die zu rettende Person
war von der Flughafenbrücke in den Rhein gesprungen.

Geübt wird nur im Sommer

Zwischen Rhein und Hangar liegen bloß zwei Landebahnen - und auf denen ist morgens um sieben eine Menge los.
Pilot Polly Schumacher meldete dem Tower eine "Police Mission" - der Polizeieinsatz hat Vorrang gegenüber
dem Luftverkehr - machte "Hummel 4" startklar und auf dem Operator-Platz hinter ihm legte Stefan Hitzke
das Rettungsgeschirr an. Dass er diesen Platz eingenommen hatte, war Zufall - genauso gut hätte er fliegen
und einer der Anderen sich auf die Rettung vorbereiten können.
In der Fliegerstaffel können nämlich alle Piloten alles - und die Menschenrettung aus dem Wasser üben sie
regelmäßig auf allen Positionen. "Allerdings im Sommer und auf einem See", sagte Hitzke. Und nicht bei Nebel
im eisigen Rhein.
Schon ein kleines Wunder, dass bei dieser Sicht Co-Pilot Dirk Imhof die Frau fast sofort entdeckte, als der
Hubschrauber Kaiserswerth erreichte. "Sie hob ganz kurz einen Arm. Danach schien sie sich nicht mehr zu bewegen."
Jede Sekunde zählte. Zwei Kilometer war die Frau bereits stromabwärts im knapp sieben Grad kalten Wasser
getrieben, musste gefährlich unterkühlt sein.
Polly Schumacher lies den Hubschrauber bis zur Wasseroberfläche sinken. Stefan Hitzke hakte seinen Rettungsgurt
ein und kletterte auf die Trittstufe nach draußen. Von dort dirigierte er seinen Kollegen per Funk zentimetergenau
an die Frau heran. "Ich konnte selbst nichts sehen", sagt Schumacher, dessen wichtigste Aufgabe es nun war,
die Höhe gleichmäßig zu halten. "Ist der Hubschrauber zu tief, drückt er die Frau nach unten, ist er zu hoch, verlieren wir sie."
Auf der Trittstufe sitzend, die Füße im eisigen Wasser, packte Stefan Hitzke nach der Frau. "Gerade so, dass ich
sie hatte", sagte er. "Besonders sanft konnte ich nicht sein." Und irgendwie gelang es ihm, die Leblose soweit
aus dem Wasser zu ziehen, dass er ihre Arme auf die Kufe des Hubschraubers legen und sie dort mit beiden Händen
festhalten konnte. "Sie hatte die Augen geöffnet, nahm mich aber nicht war. Ich schätze, sie war bewusstlos."
Eine durchnässte, hilflose Person aus dem Wasser in einen Hubschrauber zu ziehen, "ist unmöglich", sagt Co-Pilot
Imhoff. Deshalb bleibt bei dem Rettungsmanöver der Hubschrauber mit den Kufen im Wasser und schleppte die
Gerettete an Land. Am linksrheinischen Ufer übernahm ein Notarzt die Schwerverletzte, die im städtischen Klinikum
Krefeld behandelt wird. Ihr Zustand sei ernst, aber stabil, hiess es gestern.
Stefan Hitzke hat bloß noch ein bisschen Muskelkater in den Armen. Seinen Dienst hat er nach der kraftraubenden
Aktion übrigens wie alle anderen zu Ende gemacht. "Normal", sagte er. "Wäre noch so ein Einsatz gekommen, hätten
wir aber die Plätze getauscht."



Zitat:
Info Fliegerstaffel

40 Piloten, 15 Techniker und sechs Operator gehören zur Staffel, die in Dortmund und Düsseldorf stationiert ist.
Für die sieben Hubschrauber mit dem Rufnamen "Hummel" hat das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD)
eine eigene Werft. Zu den Aufgaben gehören Beweissicherung (z.B. bei Bränden), die Verfolgung von Straftätern
und die Suche nach Vermissten. Bis zur Neuorganisation der Polizei war die Fliegerstaffel dem Landeskriminalamt
zugeordnet, gehört jetzt zum LZPD.


Quelle: Rheinische Post vom 28. Februar 2009, Seite D 1 (Düsseldorfer Stadtpost)

Respekt und Anerkennung den Piloten und alles Gute der Lebensmüden.

Flughafenbrücke
Polizeifliegerstaffel

Lieben Gruss,
Eltville

Edit: Online-Link gefunden http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/679010/Fliegerasse-retten-Lebensmuede.html


2. März 2009 13:36
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